Mehrjährige krautige Pflanze. Wurzelstock kurz, aufrecht – schief, mit vielen Wurzeln.
10–30 cm. Stängel blattlos, behaarter Blütenstiel.
Blumenkrone strahlig, trichterförmig, hellgelb, 15-25 mm breit, verwachsenblättrig, mit schmaler Röhre, fünfteilig, Lappen an der Spitze eingekerbt. Kelch zylindrisch – schmal glockenförmig, kantig, Lappen und Kanten grün, Zwischenräume gelblich, Lappen mit langen Spitzen. Fünf Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, eine Narbe. Blütenstand dichte, halbseitige Dolde am Ende des Blütenstiels mit 10-30 Blüten.
Als Rosette; Stiel kürzer als die Blattspreite, herablaufend. Blattspreite für gewöhnlich länglich, am Grund spitz oder rundlich, an der Spitze abgerundet, Rand unregelmäßig spitz und scharf gezackt, behaart.
Zylindrische, sich fünfteilig öffnende, 11-15 mm lange Kapsel.
Höfe, Parkanlagen, Wegränder. Auch Zierpflanze.
Mai–Juni.
Die Primeln sind ein gutes Beispiel für das Vorkommen unterschiedlicher Blütentypen innerhalb einer Pflanzenart. Bei den meisten finnischen Primeln befinden sich die Staubbeutel der Staubblätter und die Narbe des Gynoeceums niemals auf derselben Höhe wie der Schlund der Blumenkrone. In der Blüte befinden sich entweder kurze Staubblätter auf halber Höhe der Röhre der Blumenkrone und die Narbe des langen Gynoeceums im Schlund der Blumenkrone oder lange Staubblätter befinden sich im Schlund und die Narbe des kurzen Gynoeceums auf halber Höhe der Röhre. Zweck dieser Anordnung ist es, die Fremdbestäubung sicherzustellen: Der Blütenstaub einer Pflanze mit langen Staubblättern gelangt nicht auf die Narbe der eigenen Blüte, sondern gelangt über Bestäuberinsekten auf das Gynoeceum einer Pflanze mit langem Griffel und umgekehrt.
Die Hohe Schlüsselblume ist ihrem finnischen Namen nach der „Frühjahrserstling“, eine der ersten Blütenpflanzen der finnischen Natur. Auch der wissenschaftliche Name der Gattung basiert auf dem lateinischen primus, d. h. „erster“, was auf die frühe Blüte der bekanntesten Arten hinweist. Die Art ist bereits in Südskandinavien natürlich vorkommend verbreitet, als schöne Pflanze wurde sie aber auch in finnische Gärten umgesiedelt, von wo sie verschiedentlich in die Umgebung auswildert. Im südlichen Finnland gedeiht sie so gut, dass sie fast beständige Vorkommen gebildet hat.
Die Hohe Schlüsselblume wird leicht mit der in Finnland indigenen Wiesenprimel (P. veris) verwechselt. Ihr Kelch ist jedoch grünkantig und enger als der eher locker anliegende, im Ganzen gelbe Kelch der Hohen Schlüsselblume. Ein anderer Unterschied ist die Form der Blätter: Die breiteste Stelle der eiförmigen Blattspreite der Wiesenprimel befindet sich am Grund, während diese beim länglichen Blatt der Hohen Schlüsselblume auf halber Höhe liegt.